Basel-Giessen-Bad Laasphe 54 km
Heute ging’s los mit unserer Fahrradtour durch Deutschland und zwar mit dem Zug. Von Basel ging’s über Karsruhe nach Giessen und weiter nach Siegen. In Giessen hatte der Zug verspätung aber immerhin wartete der Anschlusszug auf uns und die anderen Reisenden, das war aber ein Stress. Denn die schweren und vollbepackten Fahrräder mussten wir zuerst eine steile Treppe raufschleppen und beim nächsten Gleis wieder runter. Wir waren schon das erste mal Klatschnass. Kurz nach Karlsruhe wurde es auch dunkel und wir konnten uns schon einmal am ersten Regen „erfreuen“. Kurz nach vier kamen wir in Siegen an, wo glücklicherweise der Regen eine Pause eingelegt hatte.
Da wir keine Landkarte für Siegen hatten, musste ich mich auf mein GPS verlassen, wo ich eine Route die ich im Internet gefunden hatte draufgeladen hatte. Die stimmte glücklicherweise, was wir aber vorher nicht wussten war die Tatsache, dass es richtig bergauf ging. Da war nichts mit mal locker einrollen. Aber die Strecke war sehr schön und wir konnten die ersten Eindrücke vom Rothaargebirge sammeln. Bei der Durchfahrt von Wolpersdorf fingen die dunklen Wolken, die schon seit unserer Ankunft in Siegen über den Bergen lagen an ihre Pforten zu öffnen und es fing richtig heftig an zu regnen. So mussten wir also schon das erste Mal unsere Regenklamotten montieren, da es trotzdem recht mild war, empfanden wir die Dusche von oben nicht als sonderlich schlimm. Der Pass den wir hochfuhren bot einige schöne Aussichten die durch die tiefhängenden Wolken richtig dramatisch aussahen. Von der Kuppe aus ging’s dann durch teilweise dichte Nebelfetzen hinab zur Lahnquelle, die völlig unspektakulär ist. Es gibt nebenan einen Gasthof und die Quelle ist ein grüner Tümpel – das war’s. Kurz nach dem Gasthof bog der Radweg in den Wald ab und wir konnten eine tolle Schotterabfahrt geniessen, die allerdings durch den vielen Regen an manchen Stellen sehr matschig war. Entsprechend vorsichtig musste man fahren um mit dem schweren Gepäck nicht einen Sturz zu riskieren. Mein Mountainbikeherz schlug höher, Liliane hatte gemischte Gefühle. Vorbei ging es an Glashütte, Volkholz und Feudingen. In der Zwischenzeit kam sogar die Abendsonne heraus und wir konnten die Regenkleider wegpacken. Kurz nach acht kamen wir im Kurort Bad Laasphe an, wo wir durch Zufall erfuhren dass es tatsächlich einen Campingplatz gibt. In unserem Reiseführer war keiner Eingetragen und Schilder hatten wir auch keine gesehen. Der Campingplatz war ein echter Glücksfall und toll in einem kleinen Seitental gelegen. Kaum hatten wir das Zelt aufgebaut fing auch der Regen wieder an. Das machte uns wenig da wir schon bald in unseren Schlafsäcken einschliefen.