Bad Laasphe – Lollar 80 km (134 km ges.)
Nachts hatte es kräftig geregnet und als wir kurz nach acht aufwachten sah es immer noch nicht gut aus am Himmel, aber es gab eine kurze Regenpause. So konnten wir frühstücken und unsere Sachen packen. Weiter ging es heute am Lahntalradweg in Richtung Osten. In Caldern gab’s den ersten kurzen Stop bevor wir in Marburg eintrafen. Da es Sonntag war, rechneten wir mit einem ruhigen Stadtbummel aber das Gegenteil war der Fall. Es war die Hölle los in der Stadt, denn es gab ein Stadtfest und irgendwie schienen alle Leute auf den Beinen zu sein. Am Fluss war ein Drachenbootrennen im Gange und überall gab es Stände. Als wir in die Altstadt hochwanderten, stellten wir fest, dass auch alle Geschäfte aufhatten. Entsprechend voll waren die Gassen der überaus schönen Altstadt. Den nächsten Regenguss „überstanden“ wir in einer netten Pizzaria, wo wir unser leckeres Mittagessen vertilgten. Nach unserem Abstecher ging’s wieder an den Fluss bzw. unseren Radweg, den wir allerdings einige Kilometer später verloren, nachdem wir offensichtlich eines der Schilder übersehen hatten. So fanden wir uns im kleinen Dorf Ronhausen wieder. Ein Blick auf die Karte zeigte uns, dass dies nicht weiter schlimm war, da wir auf einer kleinen Strasse die nach Argenstein führt, wieder auf den richtigen Weg kommen würden. Dummerweise war nach rund 5 Kilometern diese Strasse gesperrt weil dort eine neue Brücke über die Lahn gebaut wird. Zurückfahren hätte einen Umweg von rund 10 Kilometern bedeutet, also inspizierten wir die Baustelle ob ein Durchkommen möglich wäre. Unser Glück war die Tatsache, dass es Sonntag war und somit niemand arbeitete. Wir öffneten den Bauzaun und schleppten als erstes unser Gepäck eine steile Sandhalde hoch, dann über verschiedene Bretter zur anderen Seite. Danch kamen die Räder an die Reihe. Die ganze Aktion kostete uns rund 15 Minuten was aber immer noch viel schneller war als die 10 Kilometer Umweg. Ausserdem hatten wir so unser erstes kleines Abenteuer dieser Reise bestanden und konnten auch noch darüber lachen. Bei teilweise kräftigem Gegenwind ging es weiter zum Wissmarer See genauer gesagt nach Lollar wo wir wieder einen schönen Campingplatz hatten. Liliane ging sogar schwimmen, mir war das viel zu kühl. Auch in dieser Nacht fing es wieder an zu regnen, das war ja schon normal.