Termessos liegt rund 30 Kilometer nordwestlich von Antalya und für Jan war es ein Wiedersehen, denn er war 2007 schon mal da, damals auf einen Tip eines Freundes hin. Diese antike Stadt liegt weit oben in den Taurus-Bergen und es muss eine Riesenarbeit gewesen sein, diese zu bauen.
Wir haben in der Zwischenzeit ja schon viele antike Stätten angeschaut, denn die gibt es entlang der Küste massenweise. Das muss auch der Grund dafür sein, dass in Termessos noch fast nichts gemacht worden ist. Bei uns zu Hause wäre solch eine historische Stätte komplett ausgegraben und hergerichtet. Aber in der Türkei muss man sich genau überlegen wie man das Geld für Ausgrabungen verteilen muss.
Den Vergleich zu Ephesus muss es jedenfalls nicht scheuen. Ephesus ist von österreichischen Archeologen teilweise restauriert worden und in Termessos liegen die Ruinen einfach so im Wald herum. Und es ist viel strapaziöser diese anzuschauen, denn wie gesagt liegt diese Stadt am Berg und man muss viel laufen um alles zu sehen. Also nix für Fusskranke.
Aber das Amphitheater hat so einen spektakulären Ausblick über die Berge hinunter in zwei Täler, da kann Ephesus nun gar nicht mithalten. Auch stehen hier noch viele Mauern und Säulen auch ohne dass jemand diese wieder aufgestellt hätte. Man fragt sich was hier noch so alles im Wald unter der Erde verborgen liegt.
Absolut spektakulär ist auch die Nekropolis, also der Friedhof. Im alten Griechenland wurden die Menschen in Sarkophagen beerdigt die einen Deckel hatten. Diese wurde aber nicht wie bei uns eingegraben sondern aufgestellt. Aussen wurden sie verziert und hatten meist eine Innschrift. Leider können wir kein Altgriechisch aber vermutlich stand da etwas über den „Bewohner“ und wer die Person war.
Termessos hat drei solcher Gräberfelder und das südlichste ist einfach riesig. Das müssen an die Tausend solcher „Schachteln“ sein die hier im Wald verstreut rumliegen oder noch stehen. Durch etliche Erdbeben und Grabräuber sind viele nicht mehr an ihrem eigentlichen Platz verblieben sondern den Hang abgerutscht und liegen kreuz und quer im Wald. Schwer zu beschreiben, aber unglaublich beeindruckend. Das Gräberfeld zieht sich fast bis zum Gipfel herauf wo eine Wetterstation steht, von der man einen beeindruckenden Rundumblick hat. Die Berge im Hinterland waren immer noch schneebedeckt.
Wer also einmal in Antalya ist, sollte sich ein Taxi oder Mietauto schnappen und hierher fahren. Denn meistens fahren die Tourbusse nach Aspendos, weil dort das schönste noch erhaltene Amphitheater aus der Antike steht.