Die Ostküste

Die Ostküste der Nordinsel ist ein Gebiet, das selbst Neuseeländer selten besuchen. Ausländische Touristen verirren sich auch nicht oft in diese Region, denn es gibt im Land klingendere Namen, die man in den wenigen Wochen Urlaub die man meist hat besuchen will.

Die Farm unserer Freunde, Zwischen Tauranga und Whakatane gelegen, war jedoch strategisch günstig für einen Besuch dieser wenig besiedelten Ecke Neuseelands.
Wir konnten den alten Fünfer BMW unserer Freunde ausleihen und fuhren bei ausnahmsweise richtig schönem Wetter los. Wir genossen die Fahrt entlang der Küste sehr, denn es gab wenig Verkehr auf der gut ausgebauten Strasse. Selbst mit unserem touristischen Trödeltempo das wir einschlugen, waren wir noch mindestens drei Mal so schnell wie in Indien unterwegs. Wir hatten fast vergessen wie schnell man hundert Kilometer Strecke eigentlich fahren kann.

So kann man an einer schönen Stelle, von denen es unzähliche gibt, einfach anhalten und ein wenig am Meer herumspazieren und trotzdem am Tag 150 Kilometer fahren ohne grosse Anstrengungen. Bei einem solchen Stopp sehen wir weit draussen im Meer „White Island“ ein rauchender Vulkan. Passend zum Wetter übernachten wir in Hawai, im Gegensatz zum bekannten Namensvetter fehlt diesem kleinen Dorf jedoch ein „i“ im Namen.

Die wenigen Dörfer, die sich an der Küste entlangziehen sind hauptsächlich von den Maori bewohnt, kein Wunder denn die Ostküste ist traditionelles Stammesgebiet der Maori. Hier landeten die ersten Vorfahren in ihren Booten und begannen damit die Insel zu besiedeln.

Ab Te Araroa wird die Strasse, welche zu eigentlichen „East Cape“ führt zu einer Schotterpiste. Aber selbst diese ist besser zu befahren als mancher „highway“ in Indien, Nepal oder Pakistan.

Nach rund 20 Kilometern kamen wir zum Ende der Strasse und somit zum Ausgangspunkt eines Spaziergangs. Denn wir wollen auf den Hügel hinauf zum Leuchtturm. Liliane ist ein ausgesprochener Leuchtturmfan und deshalb liessen wir uns dieses äusserst schöne Exemplar natürlich nicht entgehen. Dieser Leuchtturm ist der weltweit östlichste, was ihm natürlich eine weitere gewisse Spektakularität einhaucht. Ausserdem ist das East Cape der östlichste Punkt Neuseelands, wenn man einmal die Inseln ausser Acht lässt.

Leider kündigte sich am Abend ein Wetterumschwung an. Ein paar der anderen neuseeländischen Camper, welche ebenfalls auf dem einfachen Campingplatz angekommen waren, hatten die Wettervorhersage gehört, welche einen Sturm für den nächsten Tag ankündigt hatte.

So brachen wir also wieder auf und fuhren entlang der Ostküste bis Tolaga Bay, wo wir auf einem grossen Zeltplatz Halt machen. Zwischendurch gingen immer wieder kurze Regenschauer nieder, aber alles blieb im erträglichen Rahmen. Am Abend begann allerdings der grosse Regen und es wurde zunehmend stürmischer.

Wir legten uns hin und bald wurde der Regen immer stärker und stärker. Bald bekamen wir die ersten kleinen Tropfen ab und wir merken, dass auch von unten Zelt ins Wasser kam. Wie immer in solchen Situationen denkt man sich, dass das wohl nur ein kurzer Schauer ist. Dem war aber nicht so und es wurde eher mehr mit dem Wasser in um um das Zelt herum. Irgendwann kurz vor Mitternacht beschlossen wir in die Gemeinschaftsküche zu flüchten und verbrachten dort eine unruhige Nacht auf dem Fussboden. Aber immerhin war es trocken.

Am nächsten Morgen trafen schon früh andere Camper in der Küche ein und wir machen uns daran die Lage zu erkunden. Der halbe Platz stand unter Wasser und der Wind hatte einige Zelte zerstört. Unser Zelt stand zwar noch, hieng aber sehr schief in der Landschaft. Immerhin hatten wir das Auto so geparkt, dass es trocken geblieben war. Da die Wettervorhersage nicht sehr vielversprechend war, beschlossen wir nach Te Puke zur Farm unserer Freunde zurückzufahren.

Wir hoffen nun, dass der neuseeländische Sommer so langsam einmal in Schwung kommt. Denn alle Neuseeländer sind sich einig und sagen immer wieder „das ist nicht normal“. Irgendwie kommt uns das bekannt vor, denn schon in der Türkei hatten wir das oft gehört, als wir dort den schlechtesten Frühling seit Jahren „erleben“ durften. Aber wenn wir dann einen schönen Späsommer bzw. Herbst haben, werden diese Wetterkapriolen hoffentlich alle vergessen sein.

5 Antworten auf „Die Ostküste“

…kennt ihr die episode in douglas adam’s trilogie in fünf bänden…?

…ein lastwagenfahrer ist fluchend unterwegs, weil es wie immer regnet…
…er weiss einfach nicht, dass er der wettergott ist und die wolken ihm huldigen…

Gutes Wetter und beste Grüsse
Christian

Hitchhikers guide to the galaxy… hatte ich gelesen aber daran konnte ich mich nicht mehr erinnern. Vielleicht ist es das? und ich dachte wir hätten die Wettergötter irgendwie beleidigt… hmmmm dann muss ich den Wolken sagen, dass die uns nicht huldigen brauchen.

Hallo zusammen,

Da schau ich mal ein Monat nicht in den Blog und muss feststellen, dass ihr sehr fleissig ward. Kein Wunder den das Internet ist nun sicher näher greifbar als zuvor. LOL

Neuseeland, ich will auch!

Vielleicht wird auch was draus. Ich plane gerade meinen 3-monatigen unbezahlten Urlaub ende Jahr.
Da wird neben Ost- und Westküste USA sicher auch Hawai’i (mit dem zweiten i und auf hawaiianisch richtig mit apostroph geschrieben) und hoffentlich auch Neu Seeland und Australien dabei sein.
Ich komme dann vielleicht mit fragen auf euch zu 🙂

Bei der Basler soll ein neuen CMS installiert werden Magnolia. So wie ich das mitbekommen habe damit alle SGE’s integriert werden können. Aber vielleicht weiss du das längst.
Sonst nicht viel neues.

Ich wünsche auch also einen guten Start in Neue Jahr und hoffe das Nanuk bald zu euch stosst.

LG
Reto

… Neuseeland heisst auch Aotearoa, das Land der langen weissen Wolke (oder so ähnlich…)

Ich war im Winter da und hatte relativ niederschlagsarme Zeiten. Viel Wind in „Windy Wellington“ und keinen Schnee in Queenstown, wo man direkt von der Piste in den See fahren kann, wenn das Wetter mitspielt. Am Arthur’s pass war es richtig kalt in der Nacht, und die Keas machten einen Saumeis… Lustige Vögel, die sich bisweilen einen Spass daraus machen, Autopneus luftlos zu picken und ähnliche Spässe…

Mögen sich die langen weissen Wolken verziehen!

Gruss
Christian

@Christian: Wenn es die schönen weissen Federwolken wären, die dem Land den Namen gaben wäre es OK, denn die stehen meist vor einem tollen blauen Himmel. Das was wir aber hatten waren graue Wolken mit VIEEEEEEEEEEELLL Regen. Die Wetterfrösche meinen aber dass nun der Sommer kommt und tatsächlich war es gestern recht schön. Aber wie immer sehr windig, da muss man nicht mal in die windy city (Wellington) gehen.

@Reto: Wenn du in NZ oder OZ bist melde dich, Ende des Jahres sind wir in Australien. Also falls alles so klappt wie wir uns das vorstellen. Und das mit dem CMS… ist bereits installiert die .COM &.CH Seiten laufen bereits darauf. Schau dir mal die URLs an…. nix mehr mit *.nsf

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