Es war nur eine Frage der Zeit, wann Nanuks Technik uns mal wieder ein paar Sorgen bereiten würde. Wir waren vom Lawn Hill Nationalpark in Richtung Norden zum Kingfischer Camp weitergefahren, eine ziemlich interessante Strecke mit viel Wellblech und sandigen Abschnitten und einer wilden Wasserdurchfahrt.
Da wir dort seit langer Zeit einen grasbewachsenen Stellplatz hatten, lag es nahe mal wieder unter das Auto zu liegen für eine genauere Inspektion. Immerhin waren wir in den letzten Wochen fast ausschliesslich auf Pisten unterwegs gewesen und viele davon mit ziemlich grobem Wellblech.
Jan lag also unter dem Auto und kontrollierte alle Gummidämpfer und Komponenten des Fahrwerks, als er merkte dass mit der vorderen Kardanwelle etwas nicht stimmte. Diese hatte definitiv zu viel Spiel und der Grund dafür war schnell klar. Die Lager eines der Kreuzgelenke hatte sich irgendwo im Outback in seine Einzelteile aufgelöst und waren schlichtweg nicht mehr vorhanden. Wie lange wir schon so unterwegs waren, konnten wir nicht herausfinden, aber es war klar, dass wir nun wo wir es wussten so nicht weiterfahren sollten. Also wurde die Welle ausgebaut und am nächsten Tag fuhren wir mit nur noch Hinterradantrieb weiter. Wir hatten Glück denn unsere Recherchen ergaben, dass die Strecke die nun vor uns lag zwar ruppig sein sollte aber machbar mit einem Zweiradfahrzeug.
Also begann nun unsere Suche nach einem Mechaniker und dem benötigten Ersatzteil. Der erste Stop war am Hells Gate Roadhouse, da wir Diesel benötigten. Ein kurzes Gespräch mit dem Besitzer ergab verheissungsvolles, denn er teilte mir mit dass er auf dem privaten Schrottplatz noch einen alten Landrover Defender stehen hätte und Jan mal schauen könnte ob er ein Ersatzteil fände.
Gesagt getan! Der Defender war schnell gefunden aber er hatte keine Räder. Also musste Jan ihn erst einmal hochbocken bzw. auf die Seite legen um unter das Auto zu kommen. Dann wurde der „propeller-shaft“ ausgebaut. Was allerdings alles länger dauerte als es hier schnell geschrieben ist. Denn alles war rostig und nach 2,5 Stunden war das Teil draussen, einigermassen gereinigt und das Beste war es funktionierte. Leider kam die kalte Dusche wenig später als Jan unter Nanuk lag mit dem „neuen“ Teil. Denn der Lochabstand passte nicht und somit ein Fall für „ohne Spesen nichts gewesen“.
Wir probierten dann noch ob wir das Kreuzgelenk aus der Schrottplatzwelle ausbauen könnten um diese in unsere Defekte einzubauen, aber wir so oft passte das natürlich auch nicht. Da es nun schon spät war übernachteten wir gleich am Hells Gate Roadhouse und wir erfuhren, dass unsere Chancen für eine Reparatur auch in Booroloola wenig besser wären.
Das war dann unsere nächste Station, nur schlappe 320 Kilometer weiter die Strasse hinauf. Es gab auf diesem Abschnitt neben vielem Wellblech auch ein paar Wasserdurchfahrten die wir glücklicherweise auch mit unserem „kastriertem“ Auto fahren konnten. Glücklicherweise war ab Borooloola die Strasse wieder asphaltiert worüber wir ziemlich froh waren. Denn das ist etwas schonender für das Auto. Von Boroolola ging die Fahrt über Daly Waters und Mataranka weiter nach Katherine. Alles in allem über 1000 Kilometer seit wir den Defekt bemerkt hatten.
Man muss sich das mal vor Augen führen, da hat man in Basel eine Panne und fährt nach Hamburg zum Mechaniker, weil das der nächste ist…
In Katherine haben wir dann zwei neue Kreuzgelenke bekommen und einen Mechaniker gefunden der sie uns einbaut. Nun kann der Kakadu Nationalpark kommen. [mygp_map]
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2 Antworten auf „Nanuk mal wieder“
Aah, Mataranka!
Wart ihr im Pool unter den Bäumen?
Kristallklares Thermalwasser, gesäumt von üppiger Vegetation, die durch riesige Spinnennetze überdacht ist? Abendliches Badevergnügen im Kerzenschein?
Wie es jetzt da aussieht, weiss ich nicht, aber vor 25 Jahren war’s ein Traum…
Viele Grüsse
Christian
Ich glaube du wärst ganz schön enttäuscht, wenn du noch mal nach Oz kommen würdest. Da hat sich VIEEEEL getan in den letzten 25 Jahren. Heute gibt’s viele „Gray Nomads“ und sonstige Touristen und echte Geheimtips sind selten. Wir waren aber im Elsey Nationalpark und das war auch schön. Und was abendliches Badevergnügen mit Kerzenschein betrifft…. Wir haben ein Baby dabei- das schliesst so was quasi aus 🙂